Multiple Sklerose (MS) oder Encephalomyelitis disseminata (ED) ist neurologische Autoimmunerkrankung  des Zentralen Nervensystems (ZNS), die das Gehirn  und Rückenmark umfasst. Durch die unterschiedlichen Verlaufsformen trägt sie auch den Beinamen "Die Krankheit mit den tausend Gesichtern".
Das Gehirn fungiert als eine Art "Schaltzentrale", wo über das Rückenmark Signale zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Die Nervenfaser, welche mit einer Schutzschicht (Myelin) umgeben sind - ähnlich der Isolierung bei einem Kabel - leiten diese Signale weiter. In der weißen Substanz von Gehirn und Rückenmark entstehen bei MS verstreut viele (multiple) Läsionen (entzündliche Entmarktungsherde). 
Durch den Angriff der körpereigenen Immunzellen - den Myelinscheiden der Nervenzellfortsätze - wir die elektrisch isolierende äußere Schutzschicht der Nervenfasern angegriffen und zerstört, worduch die Signale nicht mehr wirkungsvoll übertragen werden können (Quelle: DMSG, 2020). 
Da die Läsionen im gesamten ZNS auftreten können, kann fast jedes neurologische Symptom dadurch verursacht werden. Welche Symptome und in welcher Intensität sie auftreten, variiert (Quelle: Mein Alltag mit MS, 2020). Je länger der Entzündungsprozess andauert bzw. je weiter fortgeschritten dieser ist oder je häufiger er auftritt, desto eher können Vernarbungen und somit die Symptome zurückbleiben. Bei ungefähr zwei Drittel der Patienten treten die ersten Symptome im jungen Erwachsenenalter zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf un sind von einem nicht vorhersehbaren Krankheitsverlauf gekennzeichnet. Auch im Kindes- und Jugendalter und nach dem 40. Lebensjahr, kann Multiple Sklerose auftreten (Quelle: Mein Alltag mit MS, 2020). 
In Österreich sind es rund 13.500, weltweit ca. 2,8 Millionen Menschen betroffen (Quelle: ots.at, 2020). 
Werden durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) Läsionen festgestellt, ist die schubförmige, remittierende MS (RMMS) wahrscheinliche - sie ist auch die am häufigsten diagnostizierte Verlaufsform. Die Phase in der Symptome auftreten wird als "Schub" bezeichnet. Treten keine oder nur mehr selten Schübe auf aber verschlechtern sich die Symptome dennoch, wird von der sekundär progredienten MS (SPMS) gesprochen. Bei etwa 15% der Erkrankten ist die primär progrediente MS (PPMS) diagnostiziert, welche durch fortschreitende Verschlechterung der Symptome charakterisiert ist. (Quelle: DMSG, 2020)
Mit der Erkrankung selbst muss kein tödlicher Ausgang einhergehen. Es handelt sich um keine psychische Erkrankung und verändert auch nicht zwingend den Charakter eines Menschen. Darüber hinaus wird auch nicht jeder MS-Patient einen Rollstuhl als Hilfsmittel benötigen (Quelle: DMSG, 2020).

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